Das Wichtigste
- Als Nicht‑Resident bekommen Sie meist nur 60–70 % des Schätzwerts; rechnen Sie mit mindestens 30–40 % Eigenkapital plus Kaufnebenkosten.
- Die Bearbeitung dauert in der Praxis oft 6–12 Wochen (NIE, Konto, Kreditprüfung, Schätzung, Notar). Planen Sie Zeit ein.
- Vergleichen Sie mindestens drei Angebote und nutzen Sie einen deutschsprachigen Broker, wenn Ihr Spanisch knapp ist — die Sprache der Konditionen entscheidet.
Rechtlich geprüfter Inhalt — Stand: 12.08.2026. Hinweise: Regionale Unterschiede und Bankpraxis ändern sich; Konsulate und Banken verhalten sich unterschiedlich.
Die Situation, die Sie kennen: guter Kaufwunsch, aber die 30–40 % fehlen
Sie haben eine Immobilie auf Mallorca oder an der Costa Blanca gefunden, wissen ungefähr, was Sie monatlich ausgeben wollen – und stellen beim Gespräch mit dem Makler fest: Die Bank in Spanien verlangt mehr Eigenkapital als Ihre deutsche Hausbank. Das passiert fast allen, die aus Deutschland kommen.
Warum? Spanien unterscheidet zwischen Residenten (in Spanien angemeldet) und Nicht‑Residenten. Für Residenten geben manche Banken bis zu 80 % des Gutachtens; als Nicht‑Resident bekommen Sie in der Praxis meist 60–70 % — manchmal weniger bei Ferieninseln oder schlechter Lage. Dazu kommen Steuern, Notar‑ und Grundbucheintrag, die viele unterschätzen. Wenn Sie das jetzt planen, lesen Sie weiter: Schritt für Schritt, was Sie tatsächlich brauchen und wie lange es dauert.
Wer bekommt was? Resident vs Nicht‑Resident, Konditionen und typische Zinsen
Grundsatz: Ihr Status (Resident/Nicht‑Resident), Ihr Alter, Einkommen (oder Rente) und die Immobilie entscheiden über LTV und Zins. Deutsche Rentner mit festen Rentenzahlungen sind für Banken attraktiv — aber sie bleiben Ausländer, solange sie nicht empadronado und steuerlich in Spanien sind.
- LTV (Loan‑to‑Value): Residenten häufig bis 80 % des niedergelegten Wertes; Nicht‑Residenten in der Regel 60–70 %. In Einzelfällen (gute Bonität, große Bank) bis 75 % möglich.
- Zinsmodelle: variable Hypotheken (Euribor + Marge), Festzinsangebote für 10–30 Jahre. Typische Bandbreite (Stand 2026): variable Margen ca. Euribor + 1,0–2,5 %, feste Gesamtsätze oft 2,5–4,5 % — prüfen Sie Angebote, weil sich Euribor und Margen schnell ändern.
- Alter: Viele Banken haben obere Altersgrenzen (Rentenempfänger sollten die Kreditlaufzeit nicht über sehr hohes Alter strecken). Versicherungen (Restschuld/Restlaufzeitabsicherung) sind üblich.
| Merkmal | Resident | Nicht‑Resident |
|---|---|---|
| Max. LTV (ungefähr) | bis 80 % | 60–70 % |
| Eigenkapital nötig | 20–30 % | 30–40 %+ |
| Zins (fiktives Beispiel) | 2,5–4,0 % | 2,8–4,5 % |
| Bearbeitungszeit | 4–8 Wochen | 6–12 Wochen |
Praktischer Ablauf, echte Dauer und die Checkliste
Der Weg zur Unterschrift beim Notar läuft in mehreren Schritten. Die offiziellen Fristen klingen kürzer, die Realität ist langsamer — vor allem bei Nicht‑Residenten.
Realistische Dauer (von erstem Bankkontakt bis Notartermin):
- Vorab‑Angebot: 1–2 Wochen (abhängig vom Dokumentennachweis).
- Vollständige Kreditprüfung und Schätzwert: 2–6 Wochen — Gutachten/Schätzung dauert oft 1–3 Wochen länger als die Bank sagt.
- Vorvertrag/Kaufen: Notartermin wird angesetzt, wenn Kreditzusage vorliegt — zusätzliche 2–4 Wochen.
- In Summe: 6–12 Wochen; bei komplizierten Fällen (fehlende NIE, Power of Attorney, ausstehenden Übersetzungen) eher 3 Monate.
Warum dauert es länger? Banken bestellen oft externe Gutachter, fordern zusätzliche Herkunftsnachweise für Gelder (Geldwäscheprüfung) und benötigen vollständige Konto‑/Rentenbelege. Fehlt die NIE‑Nummer oder das spanische Konto, stockt alles.
Unterschiede zur offiziellen Darstellung
Offiziell heißt es: „Kreditentscheidung in 15 Werktagen“. In der Praxis sind Nachforderungen die Regel: Übersetzungen, beglaubigte Kopien, Apostillen, Nachweise über wiederkehrende Zahlungen (Deutsche Rentenversicherung). Planen Sie Puffer ein — und terminfähige Bankkontakte.
Voraussetzungen‑/Unterlagen‑Checkliste
- Gültiger Reisepass.
- NIE (empfohlen vor Antrag; manche Banken vergeben vorläufige Zusagen ohne NIE).
- Nachweis über Einkommen: Rentenbescheid, Kontoauszüge der letzten 3–6 Monate, evtl. Steuererklärungen.
- Nachweis über Eigenkapital (Sparbücher, Depotauszüge).
- Vorvertrag oder Verkaufsangebot der Immobilie; Grundbuchauszug, Flurkarte falls vorhanden.
- Spanisches Bankkonto (Eröffnung vorher vereinfachert Abläufe) — siehe auch Bankkonto eröffnen.
- Apostillierte und übersetzte Dokumente, wenn die Bank sie verlangt.
- Vollmacht (Poder) falls Sie nicht persönlich unterschreiben können.
