Rechtlich geprüfter Inhalt — zuletzt aktualisiert: 13.08.2026
Das Wichtigste
- Am ersten Tag reicht eine spanische Prepaid‑SIM (5–20 €). Für Festnetz/Fibra brauchen Sie meist NIE/NIF und ein spanisches Konto.
- Unterschreiben Sie keine 12–24‑Monats‑Verträge, bevor Sie Wohnort, Gebäudeverfügbarkeit (Fiber?) und Bankkonto geprüft haben — Mieten Sie erst einmal.
- EU‑Roaming ist nicht das Gleiche wie dauerhafter Aufenthalt: Wenn Sie in Spanien wohnen, sollten Sie eine spanische Nummer haben; behalten Sie die deutsche Nummer als Zweitnummer.
Hinweis in der Seitenspalte: Konsulate verlangen unterschiedliche Unterlagen bei Anträgen — prüfen Sie die Website Ihres deutschen Konsulats für regionale Unterschiede.
Sie sind gerade angekommen: wie Sie in den ersten 48 Stunden online und telefonisch sind
Sie steigen aus dem Flieger, kommen mit einem Koffer und brauchen Zugang zur Karte, zum Arztportal und zur Bank. Die einfachste Lösung: eine spanische Prepaid‑SIM. Sie bekommen die in fast jedem Kiosk ("estanco"), am Flughafen oder online. Preise: Starter‑SIMs kosten typischerweise 5–20 €; Datenpakete sind oft 5–30 € für einige Gigabyte. Stand 2026 können Sie damit genug Daten für Karten, E‑Mail und Videocalls bekommen.
Das Wichtigste praktisch:
- Kaufen Sie eine Prepaid‑SIM fürs Erste. Sie brauchen keinen NIE, oft reicht der Reisepass.
- Aktivieren Sie eSIM, wenn Ihr Handy das kann — ideal, wenn Sie deutschen Anbieter behalten und parallel eine spanische Nummer nutzen wollen.
- Bewahren Sie die SIM‑Verpackung für die PIN/PUK‑Nummern auf.
Prepaid, Vertrag oder eSIM — welche Option ist für Sie am besten?
Meine klare Empfehlung: Prepaid oder flexible Monat‑zu‑Monat‑Tarife für die ersten 6–12 Monate. Warum? Sie ziehen vielleicht noch um, finden heraus, ob Ihr Gebäude Glasfaser hat, und brauchen Zeit für Bankkonto plus Empadronamiento. Ein 24‑Monatsvertrag bindet Sie — und die Kündigungsgebühren können mehrere hundert Euro betragen.
Vergleich: typische Optionen (Stand 2026)
| Option |
Einrichtung |
Monatliche Kosten |
Benötigte Dokumente |
Risiko |
| Prepaid (SIM) |
sofort |
5–30 € |
Reisepass |
gering — kein Bindungsrisiko |
| Mobilvertrag (Laufzeit) |
meist 1–7 Tage |
10–40 € |
NIE/NIF oder Pass + Depot/Zahlungsnachweis |
Kündigungs- und Bonitätsprüfung |
| Festnetz/Fibra |
Installation 1–4 Wochen |
30–60 € (Bundle öfter teurer) |
NIE, Bankkonto, Vertragsunterschrift |
Installation kann scheitern (keine Glasfaser) |
Operatoren heißen in Spanien z. B. Movistar (Telefónica), Orange, Vodafone, MásMóvil (diverse Marken). Sie müssen keinen deutschen Vertrag kündigen sofort — behalten Sie ihn, wenn Sie oft zwischen DE und ES pendeln. Wenn Sie aber in Spanien als steuerlicher Resident gelten, ist eine spanische Nummer sinnvoll.
Festnetz/Internet zuhause: Glasfaser, Router, Gebäudecheck
Bevor Sie einen Festnetz‑/Fibra‑Vertrag unterschreiben, prüfen Sie drei Dinge:
- Hat das Gebäude Glasfaser? Fragen Sie den Verkäufer, die Hausverwaltung (comunidad) oder Nachbarn. Wenn eine ONT‑Dose (kleines weißes Kästchen) vorhanden ist, ja.
- Welche Provider sind technisch verfügbar? Manche Anbieter verkaufen nur, wenn das Netz im Haus liegt.
- Wie schnell brauchen Sie wirklich Internet? Für Videokonferenzen und Streaming reicht oft 100–300 Mbit/s; für große Backups eher mehr.
Installationszeiten liegen zwischen 1 und 28 Tagen — in vielen Gegenden zwei Wochen. Manche Firmen werben mit kostenloser Installation; lesen Sie jedoch das Kleingedruckte: Kosten für Kabelverlegung, zusätzliche Dosen oder Aktivierung können extra sein.
Praktischer Tipp: Wenn Sie unsicher sind, besorgen Sie ein günstiges 4G/5G‑Router‑Modem und nutzen das mobile Netz als Übergang. Das ist teurer pro Gigabyte, aber zuverlässig, wenn Festnetz verzögert geliefert wird.
Formale Voraussetzungen: welche Papiere Provider verlangen (Checkliste)
Viele Provider verlangen bei Vertragsabschluss diese Unterlagen — bereiten Sie sie vor:
- Reisepass (Kopie)
- NIE oder NIF (wenn Sie schon haben) — sonst oft möglich mit Pass und Adresse
- Empadronamiento (Meldebescheinigung) — manchmal verlangt, oft aber erst bei Festnetz
- Spanisches Bankkonto für Lastschrift (domiciliación) oder Kreditkarte; alternativ Kautionszahlung
- Unterschriebener Vertrag (elektronisch oder auf Papier)
Wenn Sie noch keinen NIE haben: prüfen Sie die Hinweise der Steuer‑/Ausländerbehörde. Informationen zur steuerlichen Identifikation finden Sie bei der Agencia Tributaria: agenciatributaria.es. Und beachten Sie: Konsulate stellen Anforderungen unterschiedlich aus — schauen Sie auf die Website Ihres deutschen Konsulats: exteriores.gob.es.
Was am häufigsten schiefgeht — und wie Sie es wieder geradebiegen
Fehler 1: Sie unterschreiben einen neuen 24‑Monats‑Vertrag, weil das Angebot „günstig“ ist — und müssen danach umziehen oder stellen fest, es gibt gar keine Glasfaser. Lösung: Bestehen Sie auf einer Klausel, die die Kündigung bei nicht bereitgestellter Leistung regelt, oder wählen Sie einen Monat‑zu‑Monat‑Tarif.
Fehler 2: Vertrag auf Ihren Namen ohne spanisches Konto — Provider zieht per SEPA ein, die Zahlung scheitert und die Leitung wird gesperrt. Lösung: Eröffnen Sie zeitnah ein spanisches Konto oder zahlen Sie erst per Kreditkarte/Bar (bei Prepaid möglich).
Fehler 3: Sie verlassen sich auf deutsches Roaming dauerhaft. Provider können Verträge kündigen oder Roaming begrenzen, wenn eine deutsche SIM dauerhaft in Spanien verwendet wird. Lösung: Holen Sie sich eine spanische Hauptnummer und behalten die deutsche Nummer nur als Zweitnummer (Portierung prüfen).
Wenn etwas schiefgeht (gesperrter Anschluss, falsch berechnete Gebühren): setzen Sie zuerst auf die schriftliche Beschwerde über das Kundenportal. Wenn das nichts bringt, gibt es regionale Verbraucherschutzstellen (Oficina de Atención al Usuario de Telecomunicaciones) und Schlichtungsstellen — notieren Sie sich Datum, Mitarbeiter und Vorgangsnummern.
Praktische Extra‑Tipps für Rentner und Nicht‑Spanischsprecher
• Sprachunterstützung: In touristischen Regionen (z. B. Costa Blanca, Mallorca) haben viele Provider Filialen mit deutschsprachigem Personal. Fragen Sie in der lokalen deutschen Gemeinde nach, oder schauen Sie, ob Ihr Ort deutsche Ansprechpartner hat: /de/leben-in-spanien/anschluss-finden-deutsche-gemeinde-spanien.
• Für Telemedizin und Apotheken: Digitaler Zugang benötigt manchmal elektronische Signatur (certificado digital) oder Cl@ve. Beginnen Sie die Registrierung frühzeitig, wenn Sie viele Behördengänge online erledigen wollen. Wenn Sie deutschsprachige Ärzte brauchen, hier sind Listen, die helfen: /de/gesundheit/deutschsprachige-aerzte-spanien.
• Wenn Sie online Bankgeschäfte in Spanien machen wollen, eröffnen Sie ein Konto: /de/finanzen-steuern/bankkonto-spanien-eroeffnen. Ohne spanisches Konto ist ein fester Vertrag schwerer und oft teurer.
Die eine Sache, die die meisten hier falsch verstehen
Viele glauben: „EU‑Roaming gilt, also behalte ich einfach meine deutsche SIM und bin fertig.“ Das ist die falsche Annahme für Daueraufenthalt. EU‑Roaming regelt nur die Preise zwischen Staaten, nicht Ihre Rolle als residenter Nutzer. Anbieter prüfen, ob eine SIM dauerhaft im Ausland genutzt wird; wenn Sie in Spanien leben, kann der Anbieter Ihre Roaming‑Leistung einschränken, zusätzliche Gebühren verlangen oder im Extremfall kündigen. Daher: Besorgen Sie sich eine spanische Nummer als Hauptnummer, behalten Sie die deutsche Nummer optional als Zweitnummer (Anrufweiterleitung, eSIM, VoIP).
Häufige Fragen
Kann ich meine deutsche Nummer nach Spanien mitnehmen (portieren)?
Ja — technisch möglich. Portierung dauert in der Regel wenige Tage bis zwei Wochen. Bedenken Sie: wenn Ihre Hauptnutzung dauerhaft in Spanien liegt, ist es praktischer, eine spanische Nummer zu haben. Bewahren Sie die deutsche Nummer als Zweitnummer, z. B. per Weiterleitung oder Dual‑SIM/eSIM.
Brauche ich als Rentner eine spanische SIM für die elektronische Gesundheitskarte/S1?
Für die Nutzung des spanischen Gesundheitssystems brauchen Sie in erster Linie Ihre S1‑Bescheinigung bzw. Ihre Anmeldung bei der Seguridad Social — nicht die SIM. Die SIM ist aber praktisch für Terminbuchungen, lokale Telefonnummern und Telemedizin. Informationen zur Sozialversicherung finden Sie bei der Seguridad Social: seg-social.es.
Was kostet die Installation einer Glasfaser‑Leitung normalerweise?
Die Bandbreitestarife liegen meist zwischen 30 und 60 € pro Monat. Manche Anbieter übernehmen die Installationskosten, andere berechnen 30–120 € einmalig, abhängig von der notwendigen Verkabelung. Fragen Sie konkret nach zusätzlichen Arbeiten im Gebäude — und lassen Sie sich Dauer, Fristen und Kündigungsbedingungen schriftlich geben.
Weiterführende Links in unserem Ratgeber: Melden Sie sich an (Empadronamiento): /de/visum-recht/empadronamiento-spanien-erklaert; erste Behördengänge: /de/visum-recht/behoerdengaenge-spanien-erste-wochen; Konto eröffnen: /de/finanzen-steuern/bankkonto-spanien-eroeffnen.
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